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Europäisches Blessgans-Forschungsprojekt

Seit 1998 erforscht Helmut Kruckenberg Zug und Ökologie der Europäischen Blessgans ( Anser albifrons). Dafür werden in jedem Winter von spezialisieren Gänsefängern in den Niederlanden 800-900 Gänse mit Halsmanschetten markiert und wieder freigelassen. Mehr als 1.200 freiwillige Beobachter suchen diese markierten Gänse dann in den großen Gänsescharen wieder, lesen den Code ab und melden ihre Beobachtungen an die Projektleitung. So lassen sich für die einzelnen Gänse individuelle Lebensgeschichten sammeln, die Zahl der erbrüteten Jungen feststellen und für die zwei Arten (Saat- und Blessgans) mit statistischen Methoden Reproduktions- und Mortalitätsraten ermitteln. Am Ende der Untersuchungen soll ein Populationsmodell für diese Arten stehen, das auch Faktoren wie den Austausch in andere Teile des Zugwegsystems sowie die Einwanderung von Individuen aus Südosteuropas Wintergebieten ermöglicht. Lesen Sie mehr über das Projekt.

Brütende Gänse im Röhricht (c) H. Kruckenberg

Luftbilderfassung: brütende Gänse in Norddeutschland

Wasservögel brüten oftmals versteckt und gut vor dem Menschen geschützt. So ist es nicht eben leicht, die genaue Anzahl brütender Gänse oder Schwäne in einer Region zu bestimmen. Erfassungen aus der Luft können hierbei eine brauchbare Alternative zur aufwendigen Kartierung am Boden darstellen, die zudem deutlich weniger Störungen in den Brutgebieten verursacht.

Vogeltod im Weidezaun

Immer wieder kommen Vögel in Weidezäunen ums Leben. Für den deutschsprachigen Raum gibt es allerdings darüber nur sehr wenig Publikationen. In eine kleinem Forschungsprojekt soll daher versucht werden, Aufschluß über den Umfang des Vogeltodes in Weidezäunen zu bekommen. Lesen Sie hier mehr.

Menschliche Störungen als Naturschutzproblem

Störungsbiologie, so nennt sich der Teil der angewandten Verhaltensforschung, der sich mit dem Einfluss menschlicher Aktivitäten auf Wildtiere befasst. Störungen wirken direkt und indirekt auf das Verhalten von Tieren. So können diese vertrieben werden oder Verhaltensänderungen zeigen. Dies kann direkt sichtbar oder nur mittelbar in einem aufwendigen Vergleich von Vorher-Nachher-Studien möglich sein.

Verschieden Studien wurden hier bislang durchgeführt: Der Einfluss von Straßen und Windkraftanlagen zählt genauso dazu wie der des Tourismus.

Höckerschwan - Ökoethologie und Migration

Höckerschwäne kamen bereits in der Jungsteinzeit in Niedersachsen vor und besiedeln die norddeutschen Niederungen mindestens seit dem frühen Mittelalter wieder. Nach dem Krieg waren die Bestände stark eingebrochen und - auch durch Aussetzungen bedingt - haben sich erst ab den 1980er Jahren wieder richtig erholt. Dies hatte zur Folge, dass viele Naturfreunde Höckerschwäne noch immer als Parkvögel oder Gefangenschaftsflüchtlinge ansehen, obwohl der überwiegende Teil echte Wildvögel sind. Über ihre Biologie und insbesondere ihr Zugverhalten ist aber wenig bekannt. 1997 begannen wir als Gruppen von Biologiestudenten der Universität Osnabrück mit einem Langzeitforschungsprojekt, das genauere Kenntnisse des Höckerschwans zum Ziel hat. Dazu wurden bislang über 1.000 Schwäne gefangen und beringt. Ein Teil davon wurde mit individuell codierten und ablesbaren Halsmanschetten markiert. Mehr erfahren Sie darüber auf hier

Integriertes Monitoring Singvögel (IMS)

Im bundesweit von den Vogelwarten Helgoland, Radolfzell und Hiddensee organisierten Beringungsprogramm "Integiertes Monitoring Singvögel" betreut die NABU Kreisgruppe Leer eine Fangstrecke im Außendeich der Ems bei Leer. Dabei wird in der Zeit von Anfang Mai bis Ende August alle 10 Tage für exakt 6 Stunden an immer der gleichen Stelle eine 150m lange Fangstrecke aus Japannetzen aufgestellt. Alle Singvögel werden beringt und vermessen sowie der Brutstatus bestimmt. Über das Verhältnis von Neu- und Wiederfang lassen sich so Aussagen über den Brutbestand vor Ort machen. Die Anzahlen gefangenen Jungvögel geben Aufschluss über den Bruterfolg der einzelnen Arten. Die Beringergruppe besteht derzeit aus 8 aktiven Mitgliedern. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, ist herzlich eingeladen.

Monitoring der Wasservögel in Ostfriesland

Seit 1994/95 betreibt Dr. Helmut Kruckenberg mit Unterstützung verschiedener Biologen ein wöchentliches Monitoring der Gänserastgebiete in Ostfriesland. Beginnend mit der Diplomarbeit (gemeinsam mit J. Borbach-Jaene) wurden so die Grundlagen für eine fundierte Neubearbeitung der EU Vogelschutzgebiete vor Ort sowie für ein Vertragsnaturschutzkonzept zwischen Land Niedersachsen und den lokalen Flächenbewirtschaftern gelegt.

Von 1996-1999 führten wir zudem Untersuchungen zum Einfluss von Wildgänsen auf den landwirtschaftlichen Ertrag auf Weide- und Ackerland durch (Ergebnisse erschienen als Borbach-Jaene et al. 2001). Ab 1997 kam die Untersuchung der Gänserastplätze "Ostfriesische Binnenmeere" sowie "Krummhörn" und "Leybucht" hinzu. In der Leybucht wurde dann in den Folgejahren der Zusammenhang von Beweidung und Gänserast untersucht. Der Großteil der Ergebnisse aus den abgeschlossenen Projekten ist publiiziert s. Publikationen. Daneben sind auch zahlreiche Zwischenergebnisse veröffentlicht worden. Die kontinuierlichen Erfassungen dauern an.